Die Ausstellungen 2017-09-14T10:16:34+00:00

Die Ausstellungen

Eine Ausstellung des Landesarchivs Baden-Württemberg, Hauptstaatsarchiv Stuttgart, gemeinsam mit den Staatlichen Schlössern und Gärten Baden-Württemberg

FREIHEIT – WAHRHEIT – EVANGELIUM

Reformation in Württemberg

Stuttgart, Kunstgebäude: 13.09.2017 – 19.01.2018
Kloster Maulbronn: 14.09.2017 – 19.01.2018
Kloster Bebenhausen: 15.09.2017 – 19.01.2018
Kloster Alpirsbach: 16.09.2017 – 19.01.2018

Die Ausstellung des Landesarchivs Baden-Württemberg nimmt die Frühzeit der Reformation (1517-1550) in den Blick. Dabei werden besonders die Themen Freiheit – Wahrheit – Evangelium im zeitgenössischen Kontext und ihrer gesellschaftlichen Perspektive angesprochen. Parallel zur zentralen Ausstellung in Stuttgart wird die Reformation an den authentischen „Reformationsorten“ der ehemaligen Klöster Maulbronn, Bebenhausen und Alpirsbach greifbar gemacht.

Ausstellungsorte

Reformation in Württemberg

Das Herzogtum Württemberg gehörte zu den ersten protestantischen Territorien des Heiligen Römischen Reiches. Nachdem Herzog Ulrich 1534, nach 15-jährigem Exil, sein Land wiedergewonnen hatte, führte er umgehend die Reformation ein. Doch bereits zuvor war der Streit um die Reformation im Herzogtum virulent und im Bauernkrieg 1525 gewaltsam ausgebrochen. Gleichzeitig erscheint die Reformation als gewaltiges Medienereignis und ist hier durch die damals kursierenden Sprüche und Lieder besonders profiliert.

Rüstung Herzog Ulrichs

Rüstung Herzog Ulrichs (Kunsthistorisches Museum Wien, Hofjagd- und Rüstkammer, A 237)

Spektakuläre Schrift- und Bildzeugnisse, künstlerische Artefakte und Vasa sacra können durch die Kooperation mit zahlreichen Partnern wie aus den großartigen Beständen des Landesarchivs selbst gezeigt werden. Mit Unterstützung der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart wird die Ausstellung multimedial gestaltet, mit virtuellen Präsentationen, Hörstationen und interaktiven Programmen.

Ablasshandel aus Passional Christi und Antichristi

 Ablasshandel aus Passional Christi und Antichristi (Württembergische Landesbibliothek Stuttgart, Kirch.G.qt.1633)

Die Ausstellung wird gefördert durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg. Sie steht unter der Schirmherrschaft des Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann.

Ausstellung in Stuttgart

Die zentrale Ausstellung in Stuttgart widmet sich besonders der aufregenden Frühzeit der Reformation im Herzogtum Württemberg. Wie kamen reformatorische Gedanken nach Württemberg, wie wurden sie von der Bevölkerung aufgenommen und welche Veränderungen fanden mit der Einführung der Reformation hier statt? Dabei wird vor allem das Streben der Zeitgenossen nach geistlicher und sozialer Freiheit thematisiert, aber auch der Streit um die evangelische Wahrheit, der sich vornehmlich im neuen Medium des Buchdrucks sowie in Kunst und Musik entlud. Das Evangelium wurde neu gewichtet, was schließlich Veränderungen im kirchlich-kulturellen, aber auch im politischen und pädagogischen Bereich mit sich brachte.

Holzschnitt mit Luther und Papst (Wartburg-Stiftung Eisenach, TH 897)

Portrait Martin Luthers (Deutschhauskirche Würzburg)

Reformation in den Klöstern

Die ehemaligen Zisterzienserklöster Maulbronn und Bebenhausen sowie das Benediktinerkloster Alpirsbach sind als markante Ausstellungsorte Schauplätze des gemeinsamen Programms. Diese von Herzog Ulrich nach 1534 säkularisierten württembergischen Klöster bieten als herausragende „Reformationsorte“ den authentischen Rahmen zur Darstellung der Ereignisse vor Ort. Ihre jeweilige Geschichte lässt beispielhaft die gewaltigen Umbrüche und Veränderungen in den geistlichen Lebens- und Glaubensvorstellungen aufzeigen, welche mit der Aufhebung der Klöster einhergingen.

Die großartig erhaltenen Klosteranlagen sowie das Klosterleben um 1500 werden den Veränderungen durch die Reformation gegenübergestellt. Dabei werden bauliche Aspekte, die jeweilige Ausstattung der Klöster, aber auch das weitere Schicksal der Mönche vor Augen geführt. Zahlreiche originale Einrichtungsstücke, Reliquien, liturgisches Gerät und Teile der ehemaligen Klosterbibliotheken und -archive finden dafür ihren Weg zurück in die Klöster.

In Maulbronn stehen besonders die drastischen Auseinandersetzungen um die Reformation zwischen Konvent und Landesherrn im Fokus. Das Kloster Bebenhausen gewährt einen intensiven Blick in das geistliche Leben und die Veränderungen der Glaubenswelt durch die Reformation. Alpirsbach bietet die Möglichkeit, dem einstigen Mönch und späteren Reformator Württembergs Ambrosius Blarer bei seiner Suche nach der Glaubenswahrheit zu folgen.

Sebastianspfeil aus dem Kloster Bebenhausen (Katholische Kirchengemeinde St. Martinus Hirrlingen)

Medaille auf den Reformator Ambrosius Blarer, 1539 (Landesmuseum Württemberg, MK 4565)

Die virtuelle Ausstellung des Landesarchivs

Die spannungsgeladene Atmosphäre und dynamischen Entwicklungen dieser Zeit illustriert mit ausgewählten Exponaten und Begleittexten.

Virtueller Ausstellungskatalog
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Die Ausstellung wird gefördert durch